Lokaljournalismus bedeutet Recherche am Menschen


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Raus aus dem Büro, weg vom Schreibtisch, ab ins Auto. Bewaffnet mit Schreibblock und Kamera toure ich dann durch das Augsburger Land und weiß jede Facette des Lokaljournalismus zu schätzen. Ein Vor-Ort-Termin ist für mich kein „unbequemer“ Einsatz – sondern die Chance, Geschichten über Menschen der Region zu schreiben.

Tatsachenbericht, Klappe die 1.te: Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als eine Journalisten-Kollegin während der Vorstellungsrunde bei einem Seminar in München sagte: „Ich mag es nicht, den ganzen Tag am Computer zu sitzen, aber wahrscheinlich kann ich anders nicht überleben.“ Harter Tobak, dachte ich mir, denn ich stand gerade am Anfang des Projekts „Selbstständigkeit“. Anschließend erklärte sie, dass sie den Kontakt zu den Menschen vermisse. Seither ließ mich das Thema nicht mehr los und ich habe mich ehrlich gesagt bis heute geärgert, dass ich ihr nicht einfach gesagt habe: Schränk‘ dich nicht selbst ein, sondern probier’s mit einer Mischung. Doch damals wusste ich noch nicht, dass es auch klappen würde.

Tatsachenbericht, Klappe die 2.te: Erst kürzlich sagte mir ein Kollege aus dem Lokaljournalismus, er habe das große Glück, im Büro sitzen zu dürfen, während ich zum Recherchieren rausfahren müsse. Verkehrte Welt, oder? Vielleicht, daher glaube ich, ich muss heute eine Lanze brechen – für den Lokaljournalismus als journalistisches Lebenselixier.

Lokaljournalismus als journalistischer Laufstall

Mag sein, dass der Artikel von Katrin Krauß in der Berliner Gazette sich stark an gängigen Klischees bedient. Kommentieren möchten ich diesen nun nicht, doch muss ich ehrlichweise sagen, dass ich den Begriff des „Laufstalls“ ihren „Thesen zum Journalismus“ entnommen habe – und es gebietet meine Journalistenehre, dies zunächst klarzustellen, bevor ich euch erkläre, warum der Lokaljournalismus für mich ein journalistischer Laufstall war.

Wer bereits das Kapitel „Lies mal, was die so kann“ gelesen hat, weiß, dass ich meine ersten journalistischen Gehversuche im Lokaljournalismus gemacht habe. Ein Großraumbüro im bayerischen Aichach mit Kollegen, mit denen ich bis heute regelmäßig im Kontakt stehe, war mein journalistischer Beginn. Und ich liebte es, das Wittelsbacher Land zu erkunden, mit den Menschen zu sprechen, die eingesammelten Statements mit einer detaillierten Faktenrecherche zu unterlegen – und daraus letztlich einen Artikel des Lokaljournalismus zu kreieren.

Als meine Arbeiten für den Lokalteil der Aichacher Nachrichten der Festanstellung weichen mussten, war dies nicht schlimm, schließlich wollte ich auch die „andere Seite“ kennenlernen. Die „Büroseite“, um in den Worten meines Kollegen zu sprechen. Heute, nachdem ich mich ein Jahr journalistisch ausgetobt habe und nun breiter den je aufgestellt bin, weiß ich eins: Der Lokaljournalismus ist mein Lebenselixier.

Der Lokaljournalismus als erdendes Instrument

Lokaljournalismus steht für Emotionen, bedeutet Menschen zu Wort kommen zu lassen, die persönlich betroffen sind, die für ihr Anliegen eintreten und kämpfen – oder die in einer schwierigen Lage sind und offen darüber reden. Lokaljournalismus bedeutet für mich, vor Ort Themen aufzuspüren, die die Menschen auch interessieren.

Da kann jeder Kritiker rufen „lokaljournalistische Exzerpte sind kein wahrer Journalismus“, doch diese Parolen werden sicherlich nie die Menschen erreichen, die sich Lokalnachrichten wünschen und diese auch konsumieren. Vielleicht ist der Lokaljournalismus auch ein erdendes Instrument, fern ab von der Technisierung des Journalismus, fernab von der Messung von Klickraten und Co. Ganz sicher allerdings ist der Lokaljournalismus eine Facette im Beruf eines freien Journalisten, die hilft, den Bezug zu den Lesern hautnah zu spüren.

Steffi Brand und der Lokaljournalismus

Bereits im Blogbeitrag zur Feuerwehrfrau habe ich euch verraten, inwiefern ich meine Fähigkeiten als Journalistin ehrenamtlich nutzen kann. Natürlich schwingt in diesen Berichten auch der Lokaljournalismus mit. Ich kann allerdings auch über andere Themen schreiben, die nichts mit Blaulicht zu tun haben.

  • Von Mai 2014 bis Januar 2015 habe ich für die Augsburger Allgemeine eine Serie über die Weiler im Landkreis Augsburg betreut. Auf meiner Reise durch den Landkreis Augsburg habe ich nicht nur die entlegensten geografischen Winkel kennengelernt, sondern auch Menschen, die mich faszinierten. Für mein Erstlingswerk fuhr ich nach Schäfstoß, einem Weiler bei Horgau. Danach folgten Besuche in Salmannshofen bei Biberbach, in Katzenlohe bei Kutzenhausen, in Kleinried bei Zusmarshausen, in Hahnenweiler bei Allmannshofen, in Zeisenried bei Meitingen sowie in zahlreichen weiteren Weilern im Landkreis Augsburg.
  • Wie bereits erwähnt, halte ich es aber auch für eine spannende Facette des Lokaljournalismus, verschiedene Standpunkte vorzustellen und dabei sowohl neutral, als auch emotional zu berichten – wie im Bericht über die geplante Stromtrasse nach Meitingen, über den umstrittenen Bau zweier Windräder oder über die Ausweisung der Gemeinde Westendorf als Überschwemmungsgebiet.
  • Und natürlich kann ich auch der verheißungsvollen Artikelüberschrift zu Beginn Rechnung tragen, denn bei Geschichten über die Ausbildung zum Hospizbegleiter sowie eine Gesprächsgruppe für Alleinerziehende hatte ich die Chance, gemeinsam mit den Menschen einen interessanten Beitrag zu erarbeiten.

 

Lokaljournalismus + X-Faktor = USP

Und jetzt wird’s natürlich gleich wieder betriebswirtschaftlich, denn ich gebe meiner eingangs erwähnten Kollegin durchaus Recht, dass es schwer ist, allein mit Tätigkeiten im Lokaljournalismus seine Brötchen zur verdienen, aber das ist doch auch gar nicht nötig. Wer sich als journalistischer Koch versteht, der wird schnell die richtigen Zutaten finden, um für verschiedene Medien und Zielgruppen ansprechende Texte zu schreiben. Daher würde ich jedem raten, die journalistische Facette herauszuarbeiten, die man selbst liebt, diese als Motivator zur nutzen – um als Journalist in vielen Bereichen erfolgreich zu sein.

Austausch gewünscht? Ich freue mich über Feedback und Anregungen und kann euch mithilfe eurer E-Mail-Adresse auch auf dem Laufenden halten, wenn ich wieder einen neuen Blogbeitrag eingestellt habe.


Mein Leistungsportfolio
    • Meine Aufgaben als Journalistin: Ich erstelle Artikel für Print- und Onlinemedien.
    • Meine Aufgaben als Texterin: Ich erstelle Online-Beiträge nach allen Regeln der SEO-Kunst.
    • Meine Aufgaben als Autorin: Ich erstelle Content zielgruppengerecht und briefinggetreu.
    • Meine Aufgaben als redaktionelle Beraterin: Ich erstelle redaktionelle Konzepte.
    • Meine Aufgaben als Lektorin und Korrektorin: Ich überprüfe die Einhaltung aller Vorgaben.
    • Meine Aufgaben als Projektmanagerin: Ich übernehme eigenverantwortlich das Projektmanagement redaktioneller Projekte.


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Als Freelancer schätze ich jeden Auftrag als thematische Fortbildung. Als Journalist liebe ich die Recherche, als Ghostwriter die thematische Vielfalt und als Texter fordert mich die Vereinbarkeit von Technik und Content täglich heraus.